Kann ich mich für meine Tätigkeit von meiner Arbeitsstelle freistellen lassen? (Anspruch auf Sonderurlaub)

Jedes Bundesland hat für diesen Fall eine andere Regelung; prinzipiell sind jedoch alle sehr ähnlich: Ein allgemeiner Anspruch besteht, sofern keine betrieblichen Interessen dagegen sprechen. Anträge auf Sonderurlaub sind i.d.R. über den Verband, d.h. die HVT bzw. den BkJ zu stellen.

Ein Anspruch auf Vergütung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Viele Tarifverträge sehen Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge vor (so z.B. § 28 Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst). In einem engeren Sinne wird sogar nur dieser Fall begrifflich als Sonderurlaub betrachtet, während die Fälle aus dem § 616 BGB, welche den Arbeitgeber zur Fortzahlung der Bezüge während einer Freistellung von der Arbeitspflicht verpflichten, als „Freistellung“, „Arbeitsbefreiung“ u.s.w.. deklariert werden. Unabhängig davon bleiben jedoch der Bildungsurlaub, der in vielen Bundesländern aufgrund spezieller Weiterbildungsgesetze gewährt wird, und spezielle Sonderurlaubsregelungen für die Mitarbeit in der Jugendhilfe (z.B. als Jugendgruppenleiter).

Für Beamte ist der Sonderurlaub in der Sonderurlaubsverordnung des Bundes bzw. den Parallelvorschriften der Länder geregelt (Siehe SUrlV). Sie enthalten detaillierte kasuistische Aufzählungen, der die Gewährung von Sonderurlaub rechtfertigenden Umstände, wie z.B. fachliche, staatspolitische, kirchliche, sportliche Zwecke, welche bezahlt werden können.

Bei individuellen Fragen wenden Sie an Ihren Arbeitgeber und unsere Ansprechpartner/innen, die auf den Seiten des Antrags veröffentlicht sind.

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