Kurzbeschreibung

Der Weg zur großen Liebe ist kein Einfacher.

Details

Streuen



Hatte man das Gefühl, dass eine heimliche Liebe entstanden ist, wurde vom Haus des Jungen zum Haus des Mädchens eine Spur von Sägemehl gestreut. Im Herbst nach dem Muskochen nutzte man statt Sägemehl auch Zwetschenkerne. Manchmal holte sich der Junge bei dem Mädchen auch einen „Korb“. Das heißt, er wurde abgewiesen. Wenn dies bekannt wurde, musste der Junge ergänzend zum Herzeleid auch noch Spott ertragen, denn die Burschen kletterten auf sein Dach und brachten am Schornstein einen Korb an.

Wenkoff



Wenn sich zwei junge Leute ernsthaft zusammentun wollten, wurde „Wenkhoff“ gefeiert. Wenkhoff bedeutet Weinkauf und ist vergleichbar mit einer heutigen Verlobungsfeier. Damals kamen dazu die Burschen und Mädchen zusammen und sangen dem Pärchen Ehestandslieder, wie:

„Mir gefällt das Ehstandsleben besser als das Kloster gehen, ja Kloster gehn. In das Kloster mag ja mag ich nicht, denn ich bin zur Eh´ verpflicht, ja Eh´ verpflicht.“

Seidenbänder für die Braut



Einen besonders schönen Brauch am Hochzeitstag gibt es bis heute in der Stadt Breidenstein. Kommt das Brautpaar aus der Kirche und ist auf dem Weg zum Festsaal, stehen Freunde, Bekannte und Nachbarn bereit. Sie gratulieren und stecken der Braut am rechten Oberarm bunte Bänder an. Je nach Bekannt- und Beliebtheit der Braut, ist die Braut mit vielen bunten Seidenbändern geschmückt. Gleichzeitig wird von Kindern ein Seil über den Weg gespannt. Bevor der Brautzug vor dem Seil weitergehen kann, müssen von den Trauzeugen Süßigkeiten auf die Straße geworfen werden. Erst dann lassen die Kinder das Seil fallen und der Brautzug kann des Weges gehen.

Eckdaten

Region

Marburg-Biedenkopf, Hinterland

Autor/in

Wolfgang Meißner