Informationen aus Laisa zum Rückersfest

Rückers in Laisa endgültig abgesagt – Traditionsfest wird wegen
Corona nicht noch einmal verlegt

Das Rückersfest in Laisa (Waldeck-Frankenberg) ist auch für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das hat der Festausschuss entschieden. Und diesmal ist die Absage endgültig: Das Traditionsfest, das seit 2020 schon zwei Mal um jeweils ein Jahr verschoben worden war, wird nun nicht noch einmal verlegt. Es findet also erst wieder im eigentlichen 7-Jahres-Rhythmus 2027 statt.

„Wir bedauern die Absage sehr, sehen aber aufgrund der aktuellen Corona-Lage und der schlechten Prognosen für die kommenden Wochen keine Alternative zu dieser Entscheidung“, sagt Ortsvorsteher Jörg Paulus als Vorsitzender des Festausschusses.

„Wir haben zwei Jahre lang und bis zuletzt alles versucht, um das 2020 abgebrochene Rückersfest doch noch irgendwie nachholen zu können.“ Die Corona-Lage lasse aber noch immer keine verlässliche Planung zu. Das fest wäre an Ostern, 16. bis 18. April, gewesen, das Rückersstecken, bei dem die Rückersfigur auf das Dach des Heimatmuseums kommt, schon am 9. März. „Keiner von uns kann sich vorstellen, dass wir im März oder April schon wieder zusammen feiern können – schon gar nicht ohne Einschränkungen“, sagt Paulus. „Die Absage tut uns sehr leid für alle Laisaer und für alle, die gerne mit uns gefeiert hätten.“

Das Rückersfest ist ein alter Frühlingsbrauch und eines der ältesten und größten Volksfeste in der Region. Es findet nur alle sieben Jahre statt und immer an Ostern. Nach 2013 sollte es 2020 wieder gefeiert werden. Das Rückersstecken am 9. März 2020 hatte noch stattgefunden. Gut 600 Besucher waren damals dabei, als die hölzerne Rückersfigur – ein pflügender Bauer mit Pferdegespann als Symbol für die Fruchtbarkeit – auf das Dach des Heimatmuseums gesetzt wurde. Dort sollte sie bis zum eigentlichen Fest an Ostern, 11. bis 13. April 2020, thronen. Doch am 12. März ordnete das Land Hessen angesichts der beginnenden Corona-Pandemie die Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern an.

Die Laisaer sagten daraufhin zunächst das Vorprogramm ab und hofften noch, an Ostern in abgespeckter Form feiern zu können. Doch angesichts steigender Infektionszahlen und neuer Einschränkungen war aber bald klar: Auch das Fest an Ostern kann nicht stattfinden, es wurde um ein Jahr auf 2021 verlegt.

Da die Corona-Lage auch im Herbst 2020 nicht besser war, entschieden die Laisaer im Oktober, das Fest um ein weiteres Jahr auf Ostern 2022 zu verlegen. Nun hat die Corona-Pandemie auch diese Hoffnung zunichte gemacht.

„Das Rückersfest noch einmal um ein Jahr zu verschieben, hat keinen Sinn, irgendwann ist die Luft raus, die Stimmung dahin“, beschreibt Ortsvorsteher Jörg Paulus die Gemütslage in Laisa. „Unsere Planungen von 2020 sind längst überholt, wir müssten mit der Organisation fast wieder bei Null anfangen. Und 2027 ist ja schon wieder das nächste, turnusmäßige Rückersfest. Darauf freuen wir uns jetzt umso mehr.“

 

Hinweise der HVT zur Thematik Coronavirus

Mitgliederversammlungen und Coronavirus

Viele Vereinsvorstände stellen sich derzeit die Frage, ob aufgrund der Corona-Pandemie die Mitgliederversammlung überhaupt durchgeführt werden kann, darf oder muss.

Jeder Verein und Verband muss zunächst seine Satzung hinsichtlich der zeitlichen Vorgabe zur Mitgliederversammlung prüfen. Auch wenn viele Satzungen vorsehen, die Mitgliederversammlung im ersten Quartal oder zu Beginn des Jahres stattfinden zu lassen, gilt auch hier der Grundsatz „Gesundheit geht vor“. Sollte sich in der Satzung die Formulierung „die Mitgliederversammlung muss mindestens einmal jährlich“ stattfinden, ist der Verein/ die Gruppe erheblich zeitlich flexibler. Es kommt in der Satzung daher auch ein wenig auf die Formulierung an. Manchmal beziehen sich Regelungen etwas zweideutig auf den Zeitpunkt der Einberufung (also ggf. nur der Einladung) und nicht auf den Zeitpunkt der Durchführung der Versammlung. Zu berücksichtigen und überaus wichtig ist, dass das jeweils zuständige Gremium (z.B. der Vorstand) einen Beschluss über die weitere Verfahrensweise trifft. Auch hier sollte transparent ggü. den Mitgliedern gehandelt werden.

Eine Absage oder Verschiebung der Mitgliederversammlung sollte von bestimmen Faktoren abhängig gemacht werden – hierbei dürften die Aspekte des Gemeinwohls ggü. denen des Vereins/ der Gruppe als höherrangig oder überragend zu bewerten sein. Aber auch hier ist das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zu beachten.

Sollte man nach Prüfung aller Punkte zu dem Entschluss kommen, die Mitgliederversammlung absagen zu müssen, sind die Mitglieder zu informieren. Gleichzeitig sollte man mitteilen, dass die Mitgliederversammlung voraussichtlich noch in 2020 stattfinden wird. Von der Nennung eines festen Datums wird derzeit abgeraten, da leider nicht absehbar ist, wie sich die Lage weiterentwickelt.

Wichtig ist aber, alle Gremien des Vereins/ der Gruppe einzubinden und größtmögliche Transparenz zu wahren. Die Rechte auf Mitgliederversammlung und ggf. Wahlen sind sehr wichtige demokratische Teilhaberechte, die nicht leichtfertig beschnitten werden sollten. Gerade Einzelfallabwägungen sollten daher mit Augenmaß und auf Basis guter Gründe getroffen werden. Dies wird auch die Akzeptanz bei der Mehrheit der Betroffenen erhöhen.

Bei Fragen zum Coronavirus

Hier sind unverändert die Ordnungsämter der Kommunen sowie die örtlichen Gesundheitsämter der richtige Ansprechpartner für Vereine und Gruppen.

Weitere Informationsquellen

  • Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat eine Service-Webseite zum Thema eingerichtet, auf der die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet werden.
  • Eine hessenweite Hotline zu dem Thema ist unter der Nummer 0800- 5554666 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.
  • Informationen zum Coronavirus bietet auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer Videoreihe: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus
  • Auf der Website Infektionsschutz.de können Sie Infografiken mit Hygienetipps einsehen und herunterladen, um Sie z.B. in Ihren Vereinsräumlichkeiten zu nutzen. Diese Infografiken stehen zum Teil in mehreren Sprachen zur Verfügung.
  • Darüber hinaus wird auf die vom Robert-Koch-Instituts (RKI) zusammengestellten Maßnahmen im Verdachtsfall verwiesen.